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Der Plan vom Vortag ging auf, wir sind richtig früh weggekommen und saßen bereits um 9:15 frisch geduscht, mit irgendwelchem muffigen Brackwasser, auf dem Bock. Das sollte genug Zeit sein um wieder nach Russland einzureisen und Kaliningrad bei Helligkeit zu besichtigen.

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Wir wollten so schnell wie möglich an die Grenze, haben aber zwischendurch noch die Tagesaufgabe erledigt und sind schnell noch auf den „Berg der Kreuze“ um unser eigenes Kreuz dort aufzustellen. Ein wirklich seltsamer und beeindruckender Ort.

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An der Grenze haben wir dieses Mal aber die Rechnung ohne die Willkür der Russen gemacht. Die eigentliche Fahrzeit nach Kaliningrad war mit ca. 4 ½ Stunden geschätzt. Dazu hatten wir ca. vier bis fünf Stunden für die Einreise nach Russland eingeplant. Die Einreise hat dann 8 ½ h gedauert (In Worten: ACHTEINHALB STUNDEN) Das Prozedere ging dabei wie folgt: Alle Russen die die Grenze überqueren wollten wurden aus der Warteschlange gefischt und durften einreisen. Genauso wurde mit LKWs verfahren, da war es jedoch egal woher diese kamen. Alle zwei Stunden durfte dann der vorderste aus der verbleibenden Schlange einreisen (Aufgabe des Tages an unsere Leser: Wievielte Autos wurden in dieser Zeit abgefertigt, die kein russisches Kennzeichen hatten?). Begründung, des an diesem Punkt der Grenze zuständigen Grenzhäuptlings war, dass man bei der Einreise Dokumente auszufüllen habe, die ein wenig kompliziert seien und wofür die nicht Russen zu doof seien. Man wurde als nicht Russe hier als „Durak“ bezeichnet.

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Als dann Plötzlich der Wachwechsel durchgeführt wurde, kam dann doch relativ schnell Bewegung in die Sache. Offenbar hatte nun ein mit vier goldenen Sternen geschmückter Beamter das sagen. Dieser konnte etwas Deutsch und war beim Ausfüllen der Papiere behilflich und checkte sie nochmal gegen, bevor wir Sie an den Sachbearbeiter weiterreichten. Immerhin unsere Formulare wurden beim ersten Mal akzeptiert.  Im Gegensatz zu der lettischen Familie, die noch von der verbrauchten Wache abgefertigt wurde. Diese durfte die Formulare fünf Mal ausfüllen und bekamen dann ein weiteres Formular, dass sie dann wiederum vier Mal ausfüllen durften.

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Erstaunlich war, dass die Papiere diesmal völlig anders als bei der ersten Einreise Auszufüllen waren. Das ominöse zweite Formular war dieses Mal auch ein komplett anderes. Es fehlte auch die Frage ob man Waffen mit sich führt, die das letzte Mal mit „Tourist“ zu beantworten war. Außerdem musste ich dieses Mal zum Reisepass auch noch meinen Personalausweis vorlegen (Normalerweise habe ich diesen nicht dabei wenn ich mit dem Reisepass unterwegs bin, das war also pures Glück) Es zeigte sich auch, dass die Grenzer mit diesen Papieren völlig überfordert waren. Der Sachbearbeiter war unsicher und nervös. Das was dem Sachbearbeiter nicht passte, hat der Vierstern dann jeweils relativ unkompliziert gelöst. Wir bekamen noch den Rat vom Vierstern, das nächste Mal doch bitte mit Flugzeug oder Eisenbahn zu reisen und nicht mehr mit dem Auto und durften dann ohne weitere Untersuchung des Autos, außerhalb der natürlichen Ordnung, an den vor uns stehenden Autos vorbeiziehen.

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Es kam wie es kommen musste, in Kaliningrad waren wir restlos entnervt, hatten keine rechte Lust mehr einen Schlafplatz zu suchen und die Stadt schaffte es nicht uns in ihren Bann zu ziehen. Es fiel schnell die Entscheidung, gleich weiter nach Danzig zu fahren und uns dort auf den Hof eines Autogasanlangenschraubers zu stellen um die defekte Gasanlage reparieren zu lassen.

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Vor der Grenze nach Polen haben wir alle unsere Tanks bis zum Überlauf nochmal gefüllt. Dabei konnte man feststellen, dass wir uns wie Anfänger anstellten, denn der professionelle polnische Tanktourist stellte sein Auto zum Betanken auf der Seite des Einfüllstutzens auf etwa 20 cm hohe Holzkeile

Die Ausreise aus Russland und die Einreise in die EU war mit 1:10 h rekordverdächtig kurz. Keiner der Grenzer hatte zu irgendwas Lust, die wollten uns alle nur loswerden.

In Danzig haben wir uns dann um 4:00 auf den Hof der Werkstatt gestellt und sind, mehr oder weniger direkt, sitzend eingeschlafen

 

 

 

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