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Da es in Murmansk relativ frisch war, hinsichtlich Sehenswürdigkeiten überschaubar und letztendlich alles grau-in-grau, entschieden wir uns dazu am Sonntag direkt weiter nach St. Petersburg zu brettern und 3 Tagesetappen in einem abzureißen, bevor wir uns noch eine Depression einfangen. Ein weiterer Grund war, dass sich Daniels Zahnproblematik verschlechtert hatte und es am Sonntag keinen verfügbaren Zahnarzt in Murmansk gab.

Gegen 12 Uhr sind wir dann gen Süden nach St. Petersburg aufgebrochen – letztendlich war die Route ja relativ einfach, einfach 1500 km auf der 105 nach Süden bis St. Petersburg durch Wälder und Seenlandschaften, vorbei an insgesamt vielleicht 4 kleinen Dörfern.

Anfangs relativ irritiert von der übertrieben schnellen Fahrweise der Russen, hatte ich mich nach kurzer Googlekonsultation ebenfalls dazu entschieden, das Tempolimit etwas großzügiger auszulegen, da ein Überschreiten der Maximalgechwindigkeit bis 40 km/h nur zwischen 8 und 12 Euro kostet und es dort am Ende der Zivilisation letztenendes eh niemanden interessiert. Vielleicht war auch der leicht überdimensionierte Kaffe von der Tanke schuld, jedenfalls kam bei mir das erste mal richtiges Rallye-Feeling auf. Blöderweise hatte ich den Spritverbrauch beim Heizen etwas unterschätzt und bei fast dreiviertelvollem Tank eine Tankstelle ausgelassen. Nicht unbedingt die beste Idee, da sich während der Fahrt herausstellte, dass die nächste Tanke erst dreihundert km später folgen würde… Als der Tank nur noch zu einem Viertel voll war, meldeten sich natürlich die obligatorischen Motorprobleme mit zahlreichen Fehlzündungen, laut knallenden Stichflammen aus dem Auspuff, massivem Leistungsverlust und ruckelndem Antrieb zurück.

Zum Glück hatten wir einen vollen Ersatzkanister mit 20 Litern Benzin dabei, mit dem wir es dann weitere 100km bis zur sehnlichst erwarteten Tankstelle geschafft haben und uns eine Hitchhikingaktion hin und zurück erspart blieb…

 

Den Rest der Strecke sind wir dann bis St. Petersburg durchgefahren, wo wir heute gegen 08:00 Uhr morgens an der American Medical Clinic ankamen und Daniel gleich einen Zahnarzttermin für heute Abend klarmachen konnte.

Mitten im Zentrum und in nächster Nähe zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten übernachten wir jetzt für 12 Euro pro Person im Stay Simple Hostel in einem Zweibettzimmer mit Fenster und direktem Ausblick auf unseren Gratis-Privatparkplatz in einem Hinterhof!

Der erste Eindruck von St. Petersburg ist absolut umwerfend, letztendlich viel sauberer und schöner als sämtliche westlichen Städte Europas, die ich bisher bereist habe.

Mittags haben wir dann einen ordentlichen Mittagsschlaf gemacht, so dass wir jetzt ausgeschlafen sind und uns morgen bzw. übermorgen volle zwei Tage für St. Petersburg zur Verfügung stehen!

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3 thoughts on “Etappe 9 – 11 Murmansk – St. Petersburg in 20 Stunden (1500 km) runtergebrettert

  1. Die Deutschen wieder: „Traumhafte Stadt, und so sauber!“ Da jauchzt das Schwabenherz. Hoffentlich gibt es bald mal wieder eine Neuauflage von „Let’s Putz Stuttgart“ 😉 Go Team Hase!

    1. Naja, ich kenne Russland aus den Neunzigern, sowohl Moskau als auch Irkutsk, Chabarowsk und die Dörfer dazwischen. Die Dreckecken gibt es immer noch und Gebiete in denen sich seit 25 Jahren (mit dem was ich damals geshen habe dann 50 Jahre) scheinbar nichts geändert hat. Aus diesem Grund ist das schon eine Erwähnung wert. Diese positive Entwicklung ist aber auch ein Beleg dafür wie sich in Russland die Extreme noch weiter auseinander dividieren. Für andere Rallye Teilnehmer waren die Dreckecken übrigendes ein richtiger Kulturschock.

      1. Alles gut :)
        War ja nicht wirklich ernst gemeint. Musste nur schmunzeln. Kann mir gut vorstellen durch was für Dreckslöcher Ihr fahrt.

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