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Die Grenzen zwischen Tag und Nacht sind inzwischen restlos verschwommen. Es wird nun, trotz schlechten Wetters auch nicht mehr richtig dunkel.

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Um unsere 1 ¼ Tage Verzug wieder einzuholen haben wir das 5h Schichtsystem zur Perfektion gebracht. Schlafen, fahren, essen, schlafen, fahren, …

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Einziger Schock zwischen durch war ein spontan einsetzender kompletter Leistungsverlust mit massiven Fehlzündungen, die zu ca. 30 cm langen Stichflammen aus dem Auspuff führten. Das sah zwar spektakulär aus, war aber, in der zwischenzeitlich erreichten schwedischen Einöde, latent beunruhigend. Nachdem ich an der nächsten Tanke dem durstigen Hasen etwas Benzin verpasst habe, ihm etwas Ruhe gegönnt habe und ihm einige beherzte Fußtritte verpasste, war erstmal wieder alles einigermaßen in Ordnung.

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… und dann endlich in der Nacht um 3h haben wir die ersten Teams aus dem Hauptfeld eingeholt. Während diese gemütlich ihren Schlaf der gestressten hielten, sind wir unermüdlich weiter nach vorne geprescht.

So hatten wir Zeit das Fußballspiel Deutschland gegen Nordirland zu gucken. Leider wollte unser DVBT Empfänger nicht mit dem schwedischen DVBT kommunizieren, so dass der Bildschirm dunkel blieb. Also mussten wir das angedachte Lager abrechen und Jeff hat sich in eine Sportsbar gesetzt. Damit war das chillen am See leider hinfällig. Spontan haben wir uns entschieden, da wir ja gerade in der Übung  waren, nach dieser kurzen Unterbrechung die 38 Stündige Fahrt fortzusetzen um direkt bis zur Fähre auf die Lofoten durch zu donnern.

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Die Entscheidung war genau richtig, denn auf dem Weg gab es einige Teilsperrungen aufgrund von Bauarbeiten. Wären wir nach Plan gefahren, hätten wir die gebuchte Fähre nicht erreicht.

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So aber sind wir genau richtig zur 1:15h Fähre in Bodö angekommen. Die ganze Abfertigungsanlage stand voll mit anderen wartenden Teams und wir haben es nach kurzem Warten gerade noch auf einen der letzten Plätze geschafft. Die Fährfahrt war der Knaller. Wir hatten enormen Seegang, keiner hat es mehr geschafft, auch wenn er nüchtern war, gerade aus zu laufen. Einige sahen schon nach kurzer Zeit kreidebleich aus und haben sich die zu Letzt zugeführten Nahrungsmittel nochmal durch den Kopf gehen lassen. Wir für unseren hatten jede Menge Spaß dem Naturschauspiel vor und hinter der Fensterscheibe zuzusehen. Wir legten in Moskenes ca. um 5h an. Damit haben wir es geschafft und sind wieder mitten im Hauptfeld gelandet. Nach kurzer Suche haben wir am herrlichen Nusfjörd einen wunderbaren Rastplatz gefunden. Dort haben wir unsere über 48 Stunden dauernde Aufholjagt beendet.

 

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Zwischenzeitlich haben wir auch die Tagesaufgabe noch durch den heroischen Einsatz von Jeff gelöst. Unerschrocken ging er dabei mit etlichen Plastiktüten, zu seinem Schutz, bewaffnet auf das in einer Dose friedlich ruhende, tote Meeresgetier los. Heldenhaft ertrug er die fieseste Waffe seines Gegners, dessen bestialischen, widerlichen Geruch. Ohne ein einziges Anzeichen des Zweifels öffnete er die Dose und schaffte es ein Foto von der geöffneten Dose und dem Aktuellen Kilometerstand zu machen. Die Dose musste nun 200km im Auto transportiert werden. Mit viel Panzertape und Plastiktüten umwickelt durfte die Dose dann im Motorraum platznehmen. Nach 170 Mil. wurde dann das zweite Beweisfoto gemacht. Dieser sogenannte Surströmming ist eine nationale Spezialität und soll, was sein Geruch nicht vermuten lässt, sehr lecker sein. Lieder war das ganze durch die Hitze des Motors zu einer einheitlich, stinkenden, Glibbermasse geworden, und überstieg dann auch meine Toleranzgrenzen.

 

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Auch unsere Tauschaktion für Schweden haben wir gleich erledigt. Da wir unseren weißen Hasen gerne als Maskottchen behalten wollen haben wir nur ein Stück seiner Lampe gegen einen Kugelschreiber eingetauscht.

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Den Kugelschreiber haben wir dann gleich in Norwegen in einen Einkaufswagenchipschlüsselbundanhänger getauscht.

 

 

 

P.S. dahin geht der König alleine (auf den Fotos ist die schwedische Königsfamilie abgebildet)

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2 thoughts on “Etappe 3 + 4 Stockholm – Lofoten

  1. Na dann bin ich ja froh, dass Jeff’s Heldentat den (unterschwellig kritisierten) Fauxpas „Fußball kucken, statt chillen am See“ wieder wett gemacht, und die Gruppendynamik gerettet hat. ;))) Go Rabbits, Go Island!

    PS: Jeff’s EM-Tippergebnisse nebenbei einer Rallye sind unverschämt! 😉

    1. Eigentlich war ja beides geplant :-) Aber dieser Heldenmut, hat mich definitiv entschädigt. Ihr könnt euch kaum vorstellen wie das Zeug stinkt :-(

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