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Dass unser Rallyegefährt(e) dringend in die Werkstatt muss war ja schon länger klar – gestern Abend haben wir aber endlich mal Nägel mit Köpfen gemacht und uns spontan doch dazu entschlossen, den 2,5 – 3 Tonnen schweren Dodge Ram Van mit meinem Golf IV (ca. 1,4 T) von Stuttgart-West nach Korntal-Münchingen, ca. 30 km außerhalb von Stuttgart, abzuschleppen (zumindest wenn man dem blöden Navi folgt). Zugegeben eine etwas ungleiche Konstellation, aber bekanntermaßen zählen ja die inneren Werte – und von denen hat der Golf nun mal 3 mehr als der Van – sprich 180 gegenüber 177 PS. Womöglich war dies das erste Mal überhaupt innerhalb der letzten 10 Jahre, in denen diese unökonomische Übermotorisierung ernsthaft Sinn gemacht hat (Spaß hat’s natürlich immer gemacht…).

Kurz bevor es dunkel wurde haben wir also spontan mit der Abschleppaktion an der Hasenbergsteige begonnen – zufällig eine der steilsten Straßen Stuttgarts – und davon gibt es hier bekanntlich einige. Erfreulicherweise hat der gute alte Golf aber seine Aufgabe tadellos erledigt, obwohl wir das Seil mangels Abschlepphaken am Dodge um dessen fette Vorderachse gewickelt und somit etwa 1/4 der Seillänge eingebüßt hatten.

 

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Im Gegensatz zum Golf hat sich das ausgeliehene Abschleppseil aber nur „stets bemüht“ und ist nach einer relativ kurzen Lebensdauer von ca. 5 Minuten gerissen.

 

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Wie gut, dass Daniel als erfahrener Bergsteiger das Seil mittels Ankerstich und Schleifknoten reparieren konnte und ich diesmal unter den Dodge krabbeln durfte, um es wieder an der Vorderachse anzubringen. Damit hat sich die Spannung nochmals erhöht, denn jetzt stand für Daniel nur noch die halbe Seillänge Reaktionszeit zur Verfügung, um aus meinem Zugfahrzeug kein unfreiwilliges Bremsfahrzeug zu machen.

 

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Ganze zwei Kurven weiter riss das Seil erneut, natürlich wieder an einer strategisch eher suboptimalen Stelle, mitten auf einer Straßenbahnkreuzung.

Eine halbe Minute später war auch schon eine Straßenbahn im Anmarsch, doch zum Glück kamen plötzlich 5 Leute wie aus dem Nichts zusammen um gemeinsam mit uns den Dodge wieder rückwärts aus dem Gefahrenbereich der Kreuzung zu schieben.

 

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Also bin ich schnell zur nächsten Tankstelle und habe zwei neue Abschleppseile besorgt (falls nochmal eines reissen sollte), da wir ja das ausgeliehene Seil so nicht zurückgeben konnten und für die Rallye noch ein Eigenes brauchen.

Anschließend das Ganze ein drittes und letztes Mal versucht – und siehe da, jetzt hatten wir mehr Erfolg. Das Navi hat uns dann über Kaltental bis nach Vaihingen geführt, ab da wollte es uns allerdings über die Autobahn nach Leonberg schicken…

Also nochmal kurz auf der letzten Tankstelle raus um die Route umzudisponieren – dabei hat es plötzlich wie wild angefangen zu schneien…

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Die Alternativroute war im Gegensatz zur Autobahn retrospektiv immerhin semilegal, euphemistisch gesehen… Auf jeden Fall hatten wir in den anschließenden 1,5 Stunden genügend Zeit um unsere Abschleppkünste zu verfeinern. Letztendlich habe ich mit dem Golf immer dann Gas gegeben, wenn es bergauf ging oder die Strecke eben verlief. Ansonsten habe ich ausgekuppelt und Daniel für uns beide bremsen lassen. Nur einmal gab es auf der gesamten Strecke eine heikle Situation auf einer Landstraße, als das Seil kurz nicht angespannt war, weil wir uns nicht einig waren ob bremsen oder Gas geben, so dass es den Golf daraufhin heftig nach hinten gerissen hatte, sobald wieder Zug auf das Seil kam.

Ziemlich spät kamen wir dann schließlich erschöpft aber happy und mit ein paar grauen Haaren mehr ins Ziel.

Immerhin sehen wir jetzt einer möglichen Abschleppaktion von Murmansk nach St. Petersburg gelassen entgegen (da gehts eigentlich nur geradeaus).

 

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Jetzt können wir nur hoffen, dass unser Meister den Fehler zügig findet und die Reparatur uns finanziell nicht ruinieren wird. Wenn sich die Kosten aber im Rahmen halten, lassen wir den Van dort gleich komplett auf Läuse und Flöhe untersuchen, damit wir auf der Rallye nicht wieder das gleiche Problem bekommen.

Weit nach Mitternacht waren wir dann wieder zurück in S West; Daniel ist dann gleich weiter Richtung Norden gefahren und unterwegs in eine zeitraubende Alkoholkontrolle geraten.

 

Gut dass wir beide weiterhin im Besitz eines gültigen Führerscheins sind :)

 

 

 

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